Zu Gast bei Fallada

Zum 128. Geburtstag des Schriftstellers Hans Fallada im Juli dieses Jahres wurde in seinem ehemaligen Wohnort Neuenhagen bei Berlin ein Gedächtnisort eröffnet.

Das frühere Wohnhaus des Autors, in dem er von 1930 bis 1932 lebte und seinen Weltbestseller „Kleiner Mann – was nun?“ schrieb, hat die Gemeinde angemietet und hier eine Ausstellung über Hans Fallada eingerichtet.

In dem kleinen Reihenhaus mit rund 54 Quadratmetern Wohnfläche wird nicht nur das schriftstellerische Wirken des Autors, der mit bürgerlichem Namen Rudolf Ditzen hieß, gewürdigt.

Auch die Lebensumstände der Familie in ihrer Neuenhagener Zeit werden näher beleuchtet. Die drei Zimmer des Reihenhauses im heutigen Falladaring 10 hat die Gemeinde thematisch gestaltet. So wird im Wohnzimmer, das der Besucher gleich zu Beginn betritt, das Wirken des Schriftstellers in Bezug zur Entwicklung der Gemeinde gesetzt.

In der Küche finden sich typische Ausstattungsgegenstände der damaligen Zeit, aber auch Rezepte aus dem Kochbuch der Familie Ditzen. Im Treppenhaus ins Obergeschoss hängen zahlreiche historische Aufnahmen aus Neuenhagen, während im Kinderzimmer Fallada als liebevoller Vater und Autor verschiedener Kinderbücher dargestellt wird. Im Arbeitszimmer sind die wichtigsten Lebensstationen von Rudolf Ditzen, aber auch seine literarischen Werke, aufgeführt.

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Arbeitszimmer im Falladahaus - © Jutta Skotnicki

Auf einem alten Grammophon kann eine besondere Rarität abgespielt werden: eine Tonaufnahme der „Comedian Harmonists“ zum Film „Kleiner Mann – was nun“, der damals von den Nazis verboten wurde. Natürlich gibt es im Fallada-Haus auch jede Menge Bücher,
die das Team der Anna-Ditzen-Bibliothek Neuenhagen über viele Jahre gesammelt hat. Filme über den Autor sind ebenso zu sehen wie eine alte Remington-Schreibmaschine – ein ähnliches Exemplar, wie es Fallada einst nutzte. Zitate aus Briefen und zahlreiche Fotos aus dem Leben der Familie – freundlicherweise zur Verfügung gestellt vom Fallada-Archiv und dem Fallada-Haus in Carwitz – machen das Leben der Ditzens für Interessierte nacherlebbar.